Trächtigkeit beim Hund

Die Trächtigkeit beim Hund bringt sowohl für die Vierbeiner als auch für die Halter einige Veränderungen mit sich. Äußerlich macht sich der Zustand durch eine Zunahme des Körpergewichtes und des Körperumfangs bei der trächtigen Hündin bemerkbar.

Dauer der Trächtigkeit

Die Dauer der Trächtigkeit liegt bei Hunden zwischen 57 und 69 Tagen. Im Schnitt dauert es von der Befruchtung bis zum Wurf 63 Tage. Gemessen wird ab dem Zeitpunkt des Eisprungs, der als Ovulation bezeichnet wird. Die großen Schwankungen bei der Dauer der Trächtigkeit entstehen durch die Langlebigkeit der Samen, die im Eileiter mehr als sechs Tage lang fruchtbar bleiben. Selbst, wenn die Hündin Tage vor dem Eisprung gedeckt wird, kann sie noch trächtig werden. In diesem Fall kann es ca. 70 Tage bis zur Geburt der Welpen dauern.

Anzeichen und Nachweis für die Trächtigkeit

In den ersten vier Wochen nach dem Deckakt ist die Trächtigkeit beim Hund nur schwer zu erkennen. Verhaltensänderungen wie ein stärkerer Appetit, ein gesteigertes Schmusebedürfnis, Müdigkeit oder ein vermehrt auftretender Brechreiz können auch auf eine Schein-Schwangerschaft hindeuten. Die Anzeichen unterscheiden sich von Hund zu Hund. Erst ab dem 18. Tag der Trächtigkeit kann der Tierarzt unter Einsatz eines hochempfindlichen Ultraschallgerätes die Schwangerschaft des Hundes diagnostizieren. Wer sich ganz sicher sein will, sollte bis zum 25. Tag der Trächtigkeit warten und erst dann die Ultraschalluntersuchung in Erwägung ziehen.

Neue Messmethoden machen sogar einen Schwangerschaftstest für Hunde möglich. Im Körper einer trächtigen Hündin wird vermehrt das Hormon Relaxin produziert. Es ist das einzige Hormon, das bei den Vierbeinern auf eine Schwangerschaft hindeutet. Der Tierarzt kann den Anstieg von Relaxin im Hormonspiegel ab dem 25. Tag der Trächtigkeit nachweisen. Allerdings ist es nicht möglich, mithilfe dieser Methode die Anzahl der Welpen vorherzusagen. Für Hunde, die angstvoll auf den Einsatz eines Ultraschallgerätes reagieren, ist der Hormontest eine wirkungsvolle Methode, um die Trächtigkeit des Tieres zweifelsfrei nachzuweisen.

Sichtbare Veränderungen bei Trächtigkeit

Sichtbare Anzeichen auf eine Trächtigkeit beim Hund zeigen sich am Ende des ersten Monats nach dem Deckakt. Kaum wahrnehmbar vergrößern sich die Zitzen und nehmen aufgrund der höheren Durchblutung einen rosigen Schimmer an. Bei manchen Hunden kommt es auch zu einem Haarausfall am Bauch. Ab dem 30. Tag der Trächtigkeit tritt ein milchig-weißer Schleim aus der Scheide aus.

Im letzten Drittel der Trächtigkeit werden mit dem Einsetzen des Massenwachstums der Föten äußerliche Veränderungen sichtbar. Der Bauch der Hündin nimmt an Volumen zu und das Tier hat einen gesteigerten Appetit. Die Zunahme des Bauchumfangs hängt von der Größe des Wurfes ab. Der Tierarzt kann in der Schlussphase der Trächtigkeit die Herztöne der Föten abhören. Rund eine Woche vor der Niederkunft beginnt der Hundekörper, Milch zu produzieren. Damit verbunden ist ein stärkeres Anschwellen der Zitzen. Viele Hunde widmen sich in dieser Phase ausgiebig der eigenen Körperpflege.

Schlussphase vor dem Wurf

Kurz vor dem Wurf nimmt die Hündin weniger Nahrung zu sich, was nicht zuletzt dem Platzmangel im Bauch geschuldet ist. Die nahende Niederkunft kündigt sich durch eine Verhaltensänderung an. Die trächtige Hündin zeigt Anzeichen eines Nestbauverhaltens. Unruhig läuft sie umher und ist ständig auf der Suche nach einem geeigneten Ort, um den Nachwuchs zur Welt zu bringen. Dies kann sich in einem vermehrten Scharren im Garten oder im Graben von Löchern äußern. Der Wurf erfolgt in der Praxis häufig nicht in der Wurfbox, die der Halter oder Züchter dafür vorgesehen hatte.

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